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Ratgeber Die 3-2-1-Regel: was eine Datensicherung leisten muss

Die 3-2-1-Regel: was eine Datensicherung leisten muss

Fast jeder Betrieb sichert. Deutlich weniger haben je geprüft, ob sich daraus etwas zurückholen lässt. Die 3-2-1-Regel ist der einfachste Maßstab, an dem sich das messen lässt — sie braucht heute allerdings eine Ergänzung.

· Deniz Fritsch, Staatlich geprüfter Techniker der Fachrichtung Elektrotechnik

Die Regel

Drei Kopien der Daten, auf zwei verschiedenen Arten von Medien, davon eine außer Haus. Die Regel ist alt und wirkt banal — aber die meisten Sicherungskonzepte, die wir übernehmen, scheitern an mindestens einem der drei Punkte.

  • Drei Kopien: die Arbeitsdaten selbst und zwei Sicherungen. Nicht die Arbeitsdaten und eine Sicherung — sonst ist nach einem Fehler beim Zurückspielen nichts mehr da.
  • Zwei Medienarten: etwa Netzwerkspeicher und Bandlaufwerk, oder interner Datenträger und Cloud. Ein Fehler im selben Verfahren trifft sonst beide Kopien.
  • Eine außer Haus: Feuer, Wasser und Diebstahl machen vor dem Serverschrank nicht halt. Die externe Sicherung im Schreibtisch nebenan ist keine.

Die Ergänzung, die neu dazugekommen ist

Die klassische Regel entstand in einer Zeit, in der Datenverlust ein technischer Unfall war. Bei einem Verschlüsselungstrojaner ist es kein Unfall: Die Schadsoftware sucht gezielt nach erreichbaren Sicherungen und verschlüsselt sie mit. Ein Netzwerkspeicher, der als Laufwerk eingebunden ist, ist dabei ebenso verloren wie die Arbeitsdaten.

Deshalb gilt heute zusätzlich: Mindestens eine Kopie muss vom Netz ausnicht erreichbar sein — entweder physisch getrennt, oder so abgelegt, dass sie nachträglich nicht mehr verändert werden kann. Ohne diese Kopie nützt auch eine perfekte 3-2-1-Aufstellung nichts.

Die zwei Zahlen, die niemand kennt

Wer sein Sicherungskonzept beurteilen will, braucht zwei Angaben. Sie klingen technisch, sind aber beide kaufmännisch:

  • Wie viel Arbeit dürfen Sie verlieren? Aus dieser Antwort ergibt sich der Sicherungsrhythmus. Wer die Aufträge eines halben Tages nachtragen kann, sichert täglich. Wer das nicht kann, braucht mehrere Sicherungspunkte am Tag.
  • Wie lange darf der Betrieb stehen? Aus dieser Antwort ergibt sich, wo die Sicherung liegen muss. Eine Cloud-Sicherung, deren Rückholung drei Tage dauert, passt nicht zu einem Betrieb, der nach vier Stunden wieder arbeiten muss.

Beide Zahlen kann kein Dienstleister beantworten — sie kommen aus dem Betrieb. Alles Weitere folgt daraus.

Der Punkt, an dem es meistens scheitert

Nicht am Konzept, sondern an der Prüfung. Eine Sicherung, die seit Monaten stillschweigend leer läuft, ist gefährlicher als gar keine — weil man sich auf sie verlässt. Zwei Maßnahmen genügen dagegen:

  1. Eine Meldung bei Fehlschlägen, die bei einem Menschen ankommt. Nicht in einem Protokoll, das niemand liest.
  2. Eine echte Rückspielprobe in vereinbarten Abständen — mit gestoppter Zeit. Erst sie beweist, dass die Sicherung lesbar ist, das Kennwort noch bekannt und die Reihenfolge der Schritte dokumentiert.

Wie wir das einrichten und laufend überwachen, steht unterDatensicherung und Wiederherstellung.

Häufige Fragen

Zählt ein Spiegel-Datenträger im Server als Sicherung?

Nein. Ein gespiegelter Datenträger schützt gegen den Ausfall eines Datenträgers — mehr nicht. Wird eine Datei versehentlich gelöscht oder verschlüsselt, geschieht das auf beiden Seiten gleichzeitig. Spiegelung ist Verfügbarkeit, nicht Sicherung.

Reicht eine Sicherung in die Cloud?

Als eine von mehreren Kopien ja. Zwei Fragen entscheiden: Erreicht ein Angreifer mit den Zugangsdaten Ihres Rechners auch die Sicherung? Und wie lange dauert es, mehrere hundert Gigabyte über Ihre Leitung zurückzuholen? Bei vielen Anschlüssen in der Region sind das Tage.

Wie oft sollte man eine Rückspielprobe machen?

Mindestens einmal im Jahr vollständig, dazu bei jeder größeren Änderung an Servern oder Fachsoftware. Wichtiger als die Häufigkeit ist, dass sie überhaupt stattfindet — und dass dabei die Zeit gestoppt wird. Diese Zahl brauchen Sie im Ernstfall für die Frage, wie lange der Betrieb steht.

Passt das auf Ihren Betrieb?

Der Beitrag beschreibt den Normalfall. Ob er auf Ihre Anlage zutrifft, klärt sich in wenigen Minuten am Telefon — kostenlos und unverbindlich.

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